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Was tun, wenn mein Kind nicht krabbelt?

Warum dein Kind nicht krabbelt und was du dagegen tun kannst

Das erste Mal krabbeln ist ein wahrhafter Meilenstein in der körpermotorischen Entwicklung eines jeden Babys. Es stellt die wichtigste Vorstufe zum Sitzen und vor allem auch zum Laufen dar. Genau aus diesem Grund zeigen sich Eltern schnell beunruhigt, wenn ihr Baby sich höchstens schleppend voran robbt, während seine Altersgenossen schon fleißig auf allen Vieren unterwegs sind. Der nachfolgende Text soll über diese Thematik sachlich informieren und gleichzeitig die größten Vorurteile aus dem Weg räumen. Außerdem werden praktische Hinweise gegeben, um dem Baby die nächste Entwicklungsstufe doch noch näher zu bringen.

Es gibt keine Kleinkinder, die nicht krabbeln wollen!

Schon lange ist in der Forschung klar: jedes Kind wird irgendwann beginnen, sich fortzubewegen. Dabei handelt es sich um eine evolutionsbiologische Gesetzmäßigkeit, der niemand entkommt. Der Bewegungsdrang ist in jedem Kleinkind fest verankert und wird sich daher früher oder später durchsetzen. Der Weg zum Laufen ist allerdings lang und vollzieht sich anhand einer Reihe festgelegter Entwicklungsschritte. Nur so erlernt der junge Mensch die notwendigen feinmotorischen Fähigkeiten, um am Ende sicher auf zwei Beinen zu stehen.

Sollte der Nachwuchs also ungewöhnliche lang immobil bleiben, ist das keine kindliche Schwäche oder gar ein Gendefekt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich vielmehr um einen Erziehungsfehler seitens der Eltern. Für diese Vermutung gibt es zahlreiche wissenschaftlich fundierte Anhaltspunkte. Der größte Erziehungsfehler besteht darin, „zu viel“ vom Neugeborenen zu verlangen. So setzen Eltern ihr Kleines oftmals aufrecht hin, anstatt darauf zu warten, dass sich auch dieser kleine Erfolg von selbst einstellt. Ist die Möglichkeit zur freien Entwicklung nicht gegeben, wird der Nachwuchs niemals lernen, die oberen Gliedmaßen und den Rumpf auf eigene Faust zu koordinieren. Auch wichtige Muskeln bleiben somit untertrainiert.

Innere Motivation ist das A und O!

Im Allgemeinen gilt, dass Kleinkinder erst dann sitzen können, wenn sie diese Position von alleine erreichen. Ist dies nicht gegeben, können sich gravierende und langfristige Fehlentwicklungen anbahnen. Nur wenn die Bewegungsentwicklung intrinsisch motiviert wird, verläuft sie naturgemäß und richtig. Tragen die Eltern ihren Sprössling jedoch bereits beim ersten Schreien zum gewünschten Ort, hat dieser keinen Grund, sich selbst anzustrengen. Stattdessen wird er daran gewöhnt, dass er oder sie nur schreien muss, um vom Fleck zu kommen, anstatt sich selbst zu bewegen. Eltern sollten deshalb auch die mitunter lästigen Quengeleien aushalten und nicht um ein paar Minuten Ruhe willen sofort nachgeben. Wenn der Spieleball oder die Gummiente also das nächste Mal aus der Armreichweite des Kleinkindes rollen, sollte es ermutigt werden, sie das verlorene Gut selbst wieder zu verschaffen. Als Belohnung winkt erstens die tiefe und sichtbare Freude des Kleinen über die selbst erbrachte Leistung sowie zweitens der sich anbahnende nächste Schritt in der Bewegungsentwicklung.

Das neuronale Netzwerk

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, der das frühzeitige Hinsetzen des Nachwuchses durch externe Hilfe (etwa Kissen oder enganliegende Rückenlehnen) bedenklich erscheinen lässt, ergibt sich bei einem Blick in die Neurologie. Neugeborene müssen ihre Gehirne erst ausbilden; sie sind darauf angewiesen möglichst viele neuronale synaptische Verbindungen wachsen zu lassen. Diese können sich jedoch nur festigen, wenn auch das Gehirn kontinuierlich zum Arbeiten gezwungen wird. Es gleicht in dieser Beziehung einem ordinären Muskel. Im Fall des Überspringens einiger Entwicklungsschritte vollzieht sich nicht nur die körperliche, sondern auch die neuronale Entwicklung des Nachkommens fehlerhaft! Die Auswirkungen solcher Fehlverläufe sind oft bis ins hohe Erwachsenenalter beobachtbar. Meistens äußern sie sich durch häufiges Stolpern, Taumeln oder Umkippen sowie in der sich anschließenden Orientierungslosigkeit.

Sind Tragetuch und Kinderwagen schädlich?

Angesichts dieser Informationen stellt sich natürlich sofort die Frage, ob jedwede „Nachhilfe“ bei der Bewegung potenziell schädlich für Neugeborene ist. Die Antwort ist ein klares Nein! Vielmehr tut besonders das Tragetuch den Kleinen gut und begünstigt den Muskelaufbau im Rückenbereich. Denn in dieser Position wird die Wirbelsäule gestützt und entlastet. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass „Tragetuchkinder“ eher sitzen können als jene ihrer Altersgenossen, die vornehmlich im Kinderwagen umherkutschiert werden.

Medizinische Ursachen für „Nicht – Krabbler“

Obgleich Erziehungsfehler die größte Ursache für die ungewöhnlich langanhaltende Immobilität von Kleinkindern sind, können medizinische Gründe leider nicht ausgeschlossen werden. Hierbei kommen vor allem Halsblockaden, Probleme im Beckenbereich sowie Probleme im Schulterbereich in Frage. Sollten Eltern sich zu derartigen Vermutungen gedrängt sehen, ist unbedingt und zeitnah ein Kinderarzt zu konsultieren!

Hilfreiche Tipps: Wie die Kleinen am schnellsten loskrabbeln

Um den Entwicklungsgang ihrer Sprösslinge möglichst natürlich zu gestalten, sollten Eltern permanent ihr eigenes Verhalten reflektieren! Außerdem müssen sie die bisherige Bewegungsentwicklung ihres Nachwuchses genau beobachten. Dabei sollte man nicht vergessen, dass jeder Mensch sein eigenes Entwicklungstempo hat! Das gilt nicht nur für die körperliche, sondern auch für die mentale und kognitive Entwicklung. Einige Kleinkinder können vielleicht vergleichsweise zeitig laufen, benötigen dafür aber deutlich mehr Zeit um das Sprechen zu erlernen. In jedem Fall kommt es darauf an, den Nachwuchs zu weiteren Kleinerfolgen zu ermutigen. Zum Beispiel kann begehrtes Spiel- oder Knabberzeug gerade außerhalb der Greifreichweite der Kleinen abgelegt werden, sodass diese es sich selbst holen müssen. Zudem lernen besonders junge Menschen sehr viel über Mimesis. Es kann deshalb durchaus hilfreich sein, wenn Eltern ihren Kleinen die Bewegung immer wieder vormachen und ihm dabei gut zureden. In besonders hartnäckigen Fällen kann auch ein leichter Eingriff in Form des „Handtuchtricks“ nicht schaden. Dabei wird dem Kleinkind ein Handtuch unter den Bauch gelegt, sodass die beiden Enden an den Seiten heraus kucken. Anschließend wird es leicht vom Boden angehoben, sodass nur noch Füße und Hände, nicht aber der Rumpf in Kontakt mit dem Boden stehen. Auf diese Weise können wertvolle Entwicklungsimpulse vermittelt werden. Zu guter Letzt erweist sich oft „schwieriger Untergrund“ als besonders lehrreich. Hierbei kann es sich um Luftmatratzen mit leichtem Neigungswinkel oder zerknautschten Sofadecken handeln. Entscheidend ist, dass einfaches Robben nicht mehr ausreicht, um vorwärts zu kommen, sondern Arme und Beine aktiver eingesetzt werden müssen.

Fazit

Es ist absolut nicht ungewöhnlich, dass viele Eltern eine rasche Entwicklung bei ihren Kindern sehen wollen. Schließlich haben sie ja für die Kleinen nur das Beste im Sinn! Trotzdem sollte niemals vergessen werden, dass sich jeder Mensch unterschiedlich entwickelt. Zeitverzögerungen sind damit ganz natürlich und keineswegs von vorn herein „schlecht“. In den meisten Fällen hartnäckiger „Nicht-Krabbler“ sind Geduld und Selbstbeherrschung die besten Ratgeber, denn in der Regel weiß die Natur, was sie tut. Jedoch besteht die Möglichkeit, den Kleinkindern durch den Kauf von Krabbelschuhen einen zusätzlichen Motivationsschub zu verleihen (u.a., weil sich dann der Boden nicht mehr so ungewohnt und kalt anfühlt). Sollten allerdings medizinische Ursachen vermutet werden, aus denen das Kleine den nächsten Entwicklungsschritt nicht antritt, ist ein Besuch beim Kinderarzt notwendig. Je eher dieser eingreifen kann, desto besser. In jedem Fall ist „Spätkrabbeln“ normaler, als die meisten Eltern denken!

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